Insights ── Dataproducts ── 2026-05-08

Souveräne IT-Plattform für ein Joint Venture

Wenn zwei Konzerne ein Joint Venture gründen, braucht die neue Einheit eine eigene IT-Foundation — am Tag eins. Multi-Tenant, datenhoheitsfest, kein Vendor Lock-in. Wir haben sie aufgesetzt: 100% Open Source, On-Prem Kubernetes, mehrere Use Cases auf einer Basis.

Autor Jurij ── Lesezeit 3 Min
Souveräne IT-Plattform für ein Joint Venture
Fig.01

Zwei Konzerne gründen ein Joint Venture. Das neue Unternehmen braucht eine eigene IT-Foundation — am Tag eins, nicht in zwei Jahren. Hyperscaler-Lock-in ist politisch heikel, weil keine Mutter strategischen Hebel über die andere haben darf. Eigener Stack ohne Foundation kostet Jahre. Wir setzen die Plattform auf: 100% Open Source, On-Prem Kubernetes, Multi-Tenant — produktionsreif vom Start.

Auf dieser Foundation laufen heute mehrere unabhängige Use Cases nebeneinander, mit gemeinsamer Identity, gemeinsamem Monitoring, gemeinsamem Audit-Pfad. Neue Use Cases kommen als Namespaces dazu, nicht als separate Plattformen.

Drei Anforderungen, die nicht verhandelbar sind

Multi-Tenant von Tag 1. Mehrere Use Cases, mehrere Provider-Teams, sauber getrennte Berechtigungs- und Datenscopes. Eine Plattform, viele Anwendungen — aber Ressourcen, Identitäten und Kosten zuordenbar.

Datenhoheit nicht verhandelbar. Sensible Operations-Daten dürfen nicht unkontrolliert in fremde Clouds. On-Premise mit klarem Verantwortungsmodell — nicht aus Nostalgie, sondern weil’s compliance-relevante Realität ist.

Kein Vendor Lock-in. Ein Joint Venture aus zwei Konzernen darf sich technologisch nicht in eine Position manövrieren, in der eine Mutter über Lizenzverträge Hebel gegen die andere hätte. Die JV-GmbH ist eigenständig — ihre IT muss es technisch genauso sein.

Produktionsreif vom Start. Security, Monitoring, Backup, CI/CD sind keine „machen wir später"-Themen, sondern Grundausstattung. Wer bei einer JV-Foundation auf nachgelagerte Hardening-Phasen setzt, hat das Problem nicht verstanden.

Was die Plattform mitbringt

Base Layer. Ein Kubernetes-Cluster mit Multi-Tenant-Namespaces, einem Postgres-Operator als Datenbank-Layer, einer BI- und Visualisierungs-Schicht, SSO über Authelia plus Dex und LDAP, Message Broker für Service-zu-Service-Kommunikation. Alles Open Source, alles produktionsreif.

App Layer. Apache-Camel-basierte Integration-Runtime für Datenströme, dbt für SQL-Transformationen, ein Open-Data-Discovery-Katalog für Datenkatalog und Lineage, MLflow plus Jupyter wo Analytik gebraucht wird, Use-Case-spezifische Frontends. Komponenten kommen je Use Case dazu — die Foundation bleibt stabil.

Betrieb durch datatactics. Plattform-Betrieb, Patching, Erweiterung, Sicherheits-Updates als laufende Leistung. Die JV-GmbH konsumiert Engineering, ohne ein eigenes Plattform-Team zu skalieren.

Warum Open Source durchgängig

Politische Klarheit. Wenn beide Mütter eines Joint Ventures sich darauf einigen müssen, welcher Vendor die Plattform stellt, beginnt eine Verhandlung, die niemand gewinnt. Open Source ist die Antwort, gegen die niemand strategisch argumentieren kann — keine Vendor-Beziehung, keine Lizenz-Geographie, keine Nutzer-Kennzahlen, die in fremde Hände wandern.

Wirtschaftliche Klarheit. Keine Plattform-Lizenz-Kosten auf der OSS-Basis, keine ramp-up-Kosten bei Skalierung der Foundation, keine Vendor-Lizenz-Audits. Was die JV-GmbH bezahlt, ist Engineering und Betrieb der Plattform.

Architektonische Klarheit. Komponenten, die auf offenen Standards bauen, sind austauschbar. Wenn morgen eine bessere Postgres-Operator-Variante kommt, der ML-Stack sich verschiebt, der Datenkatalog wechseln soll — die Plattform überlebt das.

Was darauf produktiv läuft

Auf der gemeinsamen Foundation laufen heute mehrere Anwendungen unabhängig nebeneinander — eine Daten-Analytik-Plattform für operative Optimierung, ein kollaboratives Positionierungs-Werkzeug für operative Entscheidungen, ein Real-Time-Incident-Management-Stack (inzwischen produktisiert), ein Datenkatalog für Business-User-Self-Service. Neue Use Cases kommen ohne Rebuild der bestehenden Komponenten dazu.

Die Foundation skaliert ohne Plattform-Lizenz-Kosten. Was die JV-GmbH bezahlt, ist Engineering und Betrieb.

Joint Ventures, Konzerntöchter, staatliche Stellen, Mittelstandsunternehmen mit Souveränitäts-Anforderung haben alle dasselbe Muster-Problem. Die Antwort ist nicht „noch ein SaaS", sondern eine Foundation, die ihnen gehört. Wenn das auf Sie zutrifft, klärt das Tactical Assessment den Weg dorthin.